# 1. Zielsetzung

Im Rahmen Projekt Dehio-Rheinland sollen die Bauwerke des Dehio-Handbuchs schrittweise über ein Interpretationsframework 
georeferenziert werden. Ziel ist es, die in den Datensätzen enthaltenen Orts- und Adressinformationen so aufzubereiten, 
dass sie einer eindeutigen räumlichen Entität zugeordnet und anschließend mit einer Punktkoordinate oder – 
soweit verfügbar – einer Flächengeometrie verknüpft werden können.

Die vorliegende Analyse untersucht dazu die Struktur und Qualität der vorhandenen Ortsinformationen des 
Datenbestandes von Dehio-Rheinland. Sie soll aufzeigen, welche Arten räumlicher Informationen vorliegen, welche typischen 
Fallgruppen auftreten und welche fachlichen Fragestellungen sich daraus für die Georeferenzierung ergeben.

Bereits die ersten Untersuchungen zeigen, dass sich die Aufgabe nicht auf einen klassischen Adressabgleich 
reduzieren lässt. Viele Bauwerke besitzen keine vollständige postalische Adresse oder werden durch Bauwerksnamen, 
Platzbezeichnungen oder andere räumliche Hinweise beschrieben. Ziel dieser Analyse ist es daher, zunächst den 
Datenbestand und seine Besonderheiten zu verstehen, bevor geeignete Verfahren zur Georeferenzierung ausgewählt und 
bewertet werden.

Die Analyse konzentriert sich zunächst ausschließlich auf Hauptbauwerke (`hierarchy_role = main_object`). 
Teilbauwerke werden in dieser ersten Ausbaustufe bewusst nicht weiter betrachtet und bilden einen 
eigenständigen Anwendungsfall für spätere Arbeiten.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung dienen als fachliche Grundlage für die weitere 
Entwicklung und werden im nächsten Schritt gemeinsam mit den Domänenexpert:innen des Dehio-Projektes 
diskutiert und validiert. Erst auf dieser Basis werden geeignete Geodienste und technische Verfahren für 
die Umsetzung ausgewählt.

# 2. Untersuchungsgegenstand

Grundlage der Analyse ist ein strukturierter JSON-Export aus digiCULT.web mit insgesamt **4.179 Datensätzen** des Dehio-Bandes Rheinland.

Der Datenbestand gliedert sich in:

| Hierarchierolle |    Anzahl |    Anteil |
| --------------- | --------: | --------: |
| Hauptbauwerke   |     2.523 |    60,4 % |
| Teilbauwerke    |     1.656 |    39,6 % |
| **Gesamt**      | **4.179** | **100 %** |

Die hohe Zahl an Teilbauwerken zeigt, dass der Datenbestand nicht ausschließlich aus unabhängigen Einzelobjekten besteht. Ein erheblicher Anteil beschreibt Bestandteile übergeordneter Bauwerke.

Für die erste Analyse werden ausschließlich die Hauptbauwerke betrachtet. Dadurch kann zunächst eine grundlegende Strategie zur Identifikation räumlicher Entitäten entwickelt werden, ohne bereits komplexe Hierarchien zwischen Haupt- und Teilbauwerken berücksichtigen zu müssen. Teilbauwerke werden in einer späteren Ausbaustufe gesondert untersucht.

Der verwendete JSON-Export stellt bewusst einen **Analysedatensatz** dar. Das ursprüngliche TEI wurde aus dem Export ausgelagert, um die Untersuchung auf die für die Georeferenzierung relevanten Informationen zu konzentrieren. Über das Feld `tei_document_id` bleibt jederzeit ein Rückgriff auf die vollständigen Quelldaten möglich.

Bisherige Verfahren zur Georeferenzierung nutzten für räumliche Abgleichverfahren überwiegend die Kombination aus **Ort**, **übergeordnetem Ort** und **Adressstring**. Diese Informationen bilden auch im Dehio-Datenbestand eine wichtige Grundlage für die räumliche Zuordnung.

Die ersten Untersuchungen des Rheinland-Datenbestandes zeigen jedoch, dass zahlreiche Bauwerke nicht ausschließlich oder nicht eindeutig über diese Informationen beschrieben werden können. Häufig besitzen Bauwerksnamen, alternative Bezeichnungen oder weitere Kontextinformationen einen ebenso hohen oder sogar höheren Identifikationswert als die eigentliche Adressinformation.

Die vorliegende Untersuchung erweitert den bisherigen Abgleichansatz daher um einen vorgelagerten Interpretationsschritt. Ziel ist es, sämtliche im Datensatz enthaltenen Informationen gemeinsam auszuwerten, um die beschriebene räumliche Entität möglichst eindeutig zu identifizieren. Erst auf dieser Grundlage erfolgt die Auswahl geeigneter Verfahren zur Georeferenzierung.

Die Analyse des Dehio-Bandes Rheinland versteht sich damit zugleich als Pilotprojekt zur Entwicklung und Evaluation eines datengetriebenen Vorgehens für die Georeferenzierung historischer Bauwerksdaten. Erkenntnisse aus dieser Untersuchung können später auf weitere Dehio-Bände und vergleichbare Datenbestände übertragen werden.

# 3. Fachlicher Ausgangspunkt

Die Georeferenzierung historischer Bauwerke wird häufig als Aufgabe verstanden, bei der eine vorhandene Adresse möglichst eindeutig einer Koordinate oder einer Geometrie zugeordnet wird.

Die Analyse des Dehio-Bandes Rheinland zeigt jedoch, dass diese Sichtweise den vorhandenen Daten nur teilweise gerecht wird. Ein erheblicher Teil der Bauwerke besitzt keine vollständige postalische Adresse oder wird durch weitere Informationen beschrieben, die für die Identifikation des Bauwerks mindestens ebenso wichtig sind wie die eigentliche Adressinformation.

Hierzu zählen beispielsweise:

* Bauwerksnamen,
* alternative oder historische Bezeichnungen,
* Ortsinformationen,
* typisierte Objektbezeichnungen,
* Beziehungen zwischen Haupt- und Teilbauwerken,
* bereits vorhandene Referenzen auf externe Wissenssysteme.

Die eigentliche Herausforderung besteht daher nicht in der Berechnung einer Koordinate, sondern in der fachlich möglichst eindeutigen Identifikation der beschriebenen räumlichen Entität.

Die vorliegende Untersuchung folgt deshalb einem zweistufigen Vorgehen.

Im ersten Schritt werden sämtliche verfügbaren Informationen eines Datensatzes gemeinsam betrachtet und interpretiert. Ziel ist es, die beschriebene räumliche Entität möglichst eindeutig zu identifizieren.

Erst im zweiten Schritt wird untersucht, mit welchem Verfahren diese Entität einem Referenzobjekt und anschließend einer Punktkoordinate oder einer Flächengeometrie zugeordnet werden kann.

Der grundsätzliche Ablauf lässt sich wie folgt darstellen:

```text
Quellinformationen
        ↓
Interpretation
        ↓
Identifikation der räumlichen Entität
        ↓
Referenzobjekt
        ↓
Punktkoordinate oder Flächengeometrie
```

Dieses Vorgehen besitzt einen weiteren Vorteil. Die Interpretation erfolgt unabhängig von einem konkreten Geodienst. Dadurch können unterschiedliche Verfahren – beispielsweise Adress-Geocoder, Gazetteers oder andere Referenzsysteme – anhand derselben fachlich interpretierten Ausgangsdaten untersucht und miteinander verglichen werden.

Die Analyse konzentriert sich daher zunächst auf die Frage, welche Informationen für die eindeutige Identifikation eines Bauwerks tatsächlich erforderlich sind. Erst auf dieser Grundlage werden im weiteren Projektverlauf geeignete technische Verfahren zur Georeferenzierung ausgewählt und evaluiert.


# 4. Datengrundlage

Die vorliegende Untersuchung basiert auf einem speziell für die Analyse erzeugten JSON-Datensatz des Dehio-Bandes Rheinland.

Der Datensatz enthält insgesamt **4.179 Bauwerksdatensätze**, die aus digiCULT.web exportiert und für die Untersuchung der räumlichen Informationen aufbereitet wurden. Ziel des Exports war nicht die vollständige Abbildung der ursprünglichen TEI-Dokumente, sondern die Bereitstellung eines kompakten Analysedatensatzes mit den für die Georeferenzierung relevanten Informationen.

Das vollständige TEI wurde daher bewusst nicht Bestandteil des Analysedatensatzes. Stattdessen enthält jeder Datensatz eine Referenz (`tei_document_id`) auf das zugehörige Quelldokument. Dadurch bleibt jederzeit die Möglichkeit erhalten, bei komplexen oder unklaren Fällen auf die ursprünglichen Informationen zurückzugreifen, ohne den Analysedatensatz unnötig zu vergrößern.

Der Export enthält ausschließlich Informationen, die für die Identifikation räumlicher Entitäten von Bedeutung sein können.

| Feld                        | Beschreibung                                                                             |
|-----------------------------|------------------------------------------------------------------------------------------|
| `object_id`                 | Identifier des Bauwerks in digiCULT.web                                                  |
| `tei_document_id`           | Referenz auf das ursprüngliche TEI-Dokument                                              |
| `hierarchy_role`            | Kennzeichnung als Haupt- oder Teilbauwerk                                                |
| `is_part_of`                | Referenz auf das übergeordnete Bauwerk                                                   |
| `object_name`               | ein oder mehrere Bauwerksnamen einschließlich alternativer Bezeichnungen                 |
| `place_source_id`           | Identifier des Ortes in den Quelldaten                                                   |
| `place_source_name`         | Ortsname aus den Quelldaten                                                              |
| `place_geonames_uri`        | vorhandene Referenz des Ortes auf GeoNames                                               |
| `address_source_string`     | aus den Quelldaten übernommene Adressinformation                                         |
| `object_type`               | Strings zu Sachbegriffen die beim Import gegen MCT gamappt wurden. Beispiel siehe unten. |
| `object_type_source_string` | aus den Quelldaten übernommener, als Objekttyp typisierter String                        |
|                             |                                                                                          |

```json
"object_type": [
{
"label": [
{
"value": "Westbau",
"lang": "de",
"role": "preferred"
}
],
"uri": "http:\/\/matcult-the.vocnet.org\/49712900",
"inScheme": "http:\/\/matcult-the.vocnet.org\/"
}
]
```

Die Feldbezeichnungen orientieren sich bewusst an den **Quellinformationen** und beschreiben keine fachliche Interpretation der Inhalte. Ein einzelner Wert kann im weiteren Verlauf der Untersuchung unterschiedliche Funktionen übernehmen. So kann beispielsweise `object_type_source_string` sowohl zur Interpretation des Bauwerks als auch als zusätzlicher Kontext für die spätere Georeferenzierung herangezogen werden.

Der Analysedatensatz stellt damit eine Arbeitsgrundlage für die empirische Untersuchung dar. Die eigentliche fachliche Interpretation der enthaltenen Informationen erfolgt im Rahmen der folgenden Kapitel und ist ausdrücklich nicht Bestandteil des Datenexports selbst.


# 5. Methodik

Die Untersuchung verfolgt einen empirischen Ansatz. Ausgangspunkt sind die tatsächlich im Dehio-Datenbestand vorhandenen Informationen und deren Verteilung. Ziel ist es nicht, bestehende Georeferenzierungsverfahren zu bewerten oder technische Lösungen vorwegzunehmen, sondern zunächst die Eigenschaften der Ausgangsdaten zu verstehen.

Die Analyse erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten.

## 5.1 Strukturanalyse

Im ersten Schritt wird der Datenbestand hinsichtlich seiner grundsätzlichen Struktur untersucht.

Dabei werden unter anderem folgende Fragestellungen betrachtet:

* Welche Informationen stehen grundsätzlich zur Verfügung?
* Wie vollständig sind die einzelnen Datenfelder belegt?
* Welche Beziehungen bestehen zwischen den Informationen?
* Welche Besonderheiten oder Auffälligkeiten lassen sich bereits auf Datenebene erkennen?

Ziel der Strukturanalyse ist es, die tatsächliche Beschaffenheit des Datenbestandes zu beschreiben, ohne bereits fachliche Schlussfolgerungen abzuleiten.

---

## 5.2 Analyse räumlicher Informationen

Im zweiten Schritt werden die räumlichen Informationen der Hauptbauwerke untersucht.

Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Mittelpunkt:

* Verfügbarkeit von Ortsinformationen
* Verfügbarkeit von Adressinformationen
* Qualität und Struktur der Adressangaben
* Bauwerksnamen und alternative Bezeichnungen
* vorhandene Referenzen auf externe Wissenssysteme
* Beziehungen zwischen den einzelnen Informationen

Ziel ist es zu verstehen, welche Informationen für die Identifikation eines Bauwerks tatsächlich zur Verfügung stehen.

---

## 5.3 Bildung von Fallklassen

Auf Grundlage der empirischen Untersuchung werden Datensätze mit vergleichbaren Eigenschaften zu Fallklassen zusammengefasst.

Die Fallklassen dienen ausschließlich der fachlichen Beschreibung typischer Ausgangssituationen. Sie stellen noch keine technischen Verarbeitungswege dar.

Erst durch die Klassifikation wird sichtbar, welche unterschiedlichen Anforderungen an eine spätere Georeferenzierung gestellt werden.

---

## 5.4 Fachliche Validierung

Die aus der Datenanalyse abgeleiteten Fallklassen und Interpretationen werden anschließend gemeinsam mit den Domänenexpert:innen des Dehio-Projektes diskutiert.

Dabei sollen insbesondere Fragestellungen bewertet werden, die sich nicht allein aus den Daten beantworten lassen, beispielsweise:

* fachliche Bedeutung alternativer Bauwerksnamen,
* Interpretation unvollständiger Adressangaben,
* Behandlung von Haupt- und Teilbauwerken,
* Anforderungen an die räumliche Genauigkeit.

Die Rückkopplung mit den Fachwissenschaftler:innen bildet einen wesentlichen Bestandteil der Untersuchung.

---

## 5.5 Ableitung einer Georeferenzierungsstrategie

Erst nach Abschluss der empirischen Untersuchung und der fachlichen Validierung werden geeignete Verfahren zur Georeferenzierung bewertet.

Dabei können unterschiedliche Ansätze miteinander verglichen werden, beispielsweise:

* klassische Adress-Geocoder,
* Gazetteers,
* Wissenssysteme,
* amtliche Geodaten,
* OpenStreetMap-basierte Verfahren.

Die Auswahl konkreter Verfahren erfolgt somit auf Grundlage der zuvor gewonnenen fachlichen Erkenntnisse und nicht umgekehrt.

---

## Methodischer Grundsatz

Die Untersuchung folgt einem induktiven Vorgehen.

Nicht eine vorhandene technische Lösung bestimmt den Analyseprozess, sondern die Eigenschaften des Dehio-Datenbestandes bestimmen die Anforderungen an die spätere Georeferenzierung.

Damit wird sichergestellt, dass technische Entscheidungen aus den fachlichen Anforderungen des Projektes abgeleitet werden und nicht umgekehrt.

# 6. Quantitative Erstbefunde

Die folgenden Auswertungen beziehen sich ausschließlich auf die **2.523 Hauptbauwerke** des Dehio-Bandes Rheinland.

Ziel der Untersuchung ist zunächst die Beschreibung der vorhandenen Datenstruktur. Fachliche Bewertungen und Schlussfolgerungen erfolgen erst in den nachfolgenden Kapiteln.

---

## 6.1 Haupt- und Teilbauwerke

Der Gesamtdatenbestand umfasst **4.179 Datensätze**.

Davon entfallen:

| Hierarchierolle |    Anzahl |    Anteil |
| --------------- | --------: | --------: |
| Hauptbauwerke   |     2.523 |    60,4 % |
| Teilbauwerke    |     1.656 |    39,6 % |
| **Gesamt**      | **4.179** | **100 %** |

Die Analyse der ersten Ausbaustufe beschränkt sich auf die Hauptbauwerke.

---

## 6.2 Verfügbarkeit räumlicher Informationen

Für die Hauptbauwerke wurde zunächst untersucht, welche grundlegenden räumlichen Informationen vorhanden sind.

| Information                         | Anzahl | Anteil |
| ----------------------------------- | -----: | -----: |
| Ortsname vorhanden                  |  2.480 | 98,3 % |
| GeoNames-Referenz vorhanden         |  2.320 | 92,0 % |
| Adressinformation vorhanden         |  1.758 | 69,7 % |
| object_type_source_string vorhanden |  2.286 | 90,6 % |

Damit verfügen nahezu alle Hauptbauwerke über einen Ortsnamen. Auch GeoNames-Referenzen liegen bereits für einen großen Teil des Datenbestandes vor.

Adressinformationen sind dagegen nur bei rund zwei Dritteln der Hauptbauwerke vorhanden.

---

## 6.3 Struktur der Adressinformationen

Die vorhandenen Adressinformationen wurden zunächst ausschließlich anhand formaler Merkmale untersucht.

| Adressklasse            | Anzahl | Anteil an Hauptbauwerken | Anteil an vorhandenen Adressen |
| ----------------------- | -----: | -----------------------: | -----------------------------: |
| Adressangabe mit Zahl   |    952 |                   37,7 % |                         54,2 % |
| Adressangabe ohne Zahl  |    806 |                   31,9 % |                         45,8 % |
| keine Adressinformation |    765 |                   30,3 % |                              – |

Die Klassifikation basiert ausschließlich auf dem Vorkommen numerischer Bestandteile innerhalb des Adressstrings.

Ob es sich hierbei tatsächlich um Hausnummern handelt, wird an dieser Stelle bewusst nicht bewertet.

---

## 6.4 Objektnamen

Alle untersuchten Hauptbauwerke verfügen über mindestens einen Objektnamen.

Die Anzahl der vorhandenen Namen verteilt sich wie folgt:

| Anzahl der Namen | Datensätze |
| ---------------- | ---------: |
| 1                |      2.027 |
| 2                |        457 |
| 3                |         38 |
| 4                |          1 |

Damit besitzen **496 Bauwerke (19,7 %)** mehr als einen Namen.

---

## 6.5 Verteilung der ersten Fallgruppen

Aus den bisher untersuchten Informationen ergeben sich zunächst vier klar voneinander abgrenzbare Datengruppen.

| Datengruppe                       | Anzahl | Anteil |
| --------------------------------- | -----: | -----: |
| Ort + Adressinformation mit Zahl  |    952 | 37,7 % |
| Ort + Adressinformation ohne Zahl |    801 | 31,7 % |
| Ort + Objektname, keine Adresse   |    727 | 28,8 % |
| Ortsinformation unvollständig     |     43 |  1,7 % |

Diese Gruppen stellen zunächst ausschließlich eine empirische Beschreibung des Datenbestandes dar.

Ihre fachliche Interpretation erfolgt im nächsten Kapitel.

---

## 6.6 Auffälligkeiten

Im Rahmen der Erstanalyse wurden bereits einige Besonderheiten des Datenbestandes sichtbar.

Hierzu gehören unter anderem:

* uneinheitliche Repräsentation fehlender Werte (`null` bzw. leerer String),
* unterschiedliche Struktur der Adressinformationen,
* mehrere alternative Bauwerksnamen,
* vorhandene GeoNames-Referenzen auf Ortsebene,
* fehlende `object_type_source_string` bei einzelnen Datensätzen.

Diese Beobachtungen werden im weiteren Verlauf der Untersuchung detaillierter betrachtet.

---

## Zwischenfazit

Die erste quantitative Analyse zeigt, dass der Datenbestand eine deutlich größere Vielfalt räumlicher Informationen enthält als ursprünglich erwartet.

Insbesondere die Verteilung der Adressinformationen macht deutlich, dass nur ein Teil der Hauptbauwerke unmittelbar über eine vollständige Adressangabe verfügt.

Für einen erheblichen Teil des Datenbestandes müssen daher weitere Informationen zur Identifikation des Bauwerks herangezogen werden.


# 7. Erste fachliche Beobachtungen

Die bisherige Untersuchung des Dehio-Bandes Rheinland zeigt bereits einige wiederkehrende Muster, die für die spätere Georeferenzierung von zentraler Bedeutung sind.

Die folgenden Beobachtungen leiten sich unmittelbar aus dem untersuchten Datenbestand ab und bilden die Grundlage für die weitere fachliche Diskussion.

---

## BE-001 – Postalische Adressen sind optional

Rund 30 % der untersuchten Hauptbauwerke besitzen keine Adressinformation.

Ein Georeferenzierungsverfahren, das ausschließlich auf postalischen Adressen basiert, kann diesen Datenbestand daher grundsätzlich nicht vollständig bearbeiten.

Bereits dieser Befund macht deutlich, dass weitere Informationen zur Identifikation eines Bauwerks berücksichtigt werden müssen.

---

## BE-002 – Eine Adressinformation ist nicht zwangsläufig eine vollständige Adresse

Auch wenn eine Adressinformation vorhanden ist, handelt es sich häufig nicht um eine klassische postalische Adresse.

Der Datenbestand enthält beispielsweise:

* Straßen ohne Hausnummer,
* Platzbezeichnungen,
* Kirchhöfe,
* Gelände- und Lagebezeichnungen,
* mehrere räumliche Angaben innerhalb eines Adressstrings.

Vor einer eigentlichen Georeferenzierung müssen diese Informationen daher zunächst fachlich interpretiert werden.

---

## BE-003 – Der Ortsname bildet den wichtigsten räumlichen Kontext

Nahezu alle Hauptbauwerke verfügen über einen Ortsnamen.

Der Ortsname stellt damit die am vollständigsten vorhandene räumliche Information des Datenbestandes dar und bildet den natürlichen Ausgangspunkt für die räumliche Einordnung eines Bauwerks.

Allein reicht er jedoch nicht aus, um ein konkretes Bauwerk eindeutig zu identifizieren.

---

## BE-004 – Bauwerksnamen besitzen einen hohen Identifikationswert

Alle untersuchten Hauptbauwerke verfügen über mindestens einen Bauwerksnamen.

Knapp ein Fünftel besitzt zusätzlich alternative Bezeichnungen.

Die Untersuchung zeigt, dass Bauwerksnamen häufig eine ebenso wichtige oder sogar wichtigere Rolle für die Identifikation eines Bauwerks spielen können als die eigentliche Adressinformation.

Dies gilt insbesondere für bekannte Kirchen, Burgen, Schlösser, Rathäuser oder andere benannte Bauwerke.

---

## BE-005 – Bereits vorhandene Referenzen reduzieren den Suchraum

Für einen großen Teil der Datensätze liegen bereits Referenzen auf GeoNames vor.

Diese beschreiben nach bisherigem Kenntnisstand den Ort und nicht das eigentliche Bauwerk.

Sie stellen damit keine fertige Georeferenzierung dar, können jedoch den räumlichen Suchraum für spätere Abgleichverfahren erheblich eingrenzen.

---

## BE-006 – Unterschiedliche Informationen ergänzen sich

Die Untersuchung zeigt, dass die verschiedenen Informationsarten nicht isoliert betrachtet werden sollten.

Adressinformationen, Bauwerksnamen, Ortsangaben, vorhandene Referenzen und weitere Kontextinformationen ergänzen sich gegenseitig und tragen gemeinsam zur Identifikation eines Bauwerks bei.

Die Qualität der Georeferenzierung hängt daher wesentlich davon ab, wie diese Informationen miteinander kombiniert werden.

---

## BE-007 – Interpretation geht der Georeferenzierung voraus

Die Analyse bestätigt den bereits zu Beginn formulierten fachlichen Ansatz.

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht in der Berechnung einer Koordinate, sondern in der möglichst eindeutigen Identifikation der beschriebenen räumlichen Entität.

Erst nach dieser Interpretation kann entschieden werden,

* welches Referenzobjekt gemeint ist,
* welches Georeferenzierungsverfahren geeignet erscheint,
* und welche räumliche Repräsentation (Punkt oder Flächengeometrie) verwendet werden sollte.

---

## BE-008 – Der Datenbestand legt unterschiedliche Bearbeitungswege nahe

Die bisherige Analyse zeigt, dass sich die Hauptbauwerke hinsichtlich ihrer verfügbaren räumlichen Informationen deutlich unterscheiden.

Es ist daher nicht zu erwarten, dass ein einzelnes Georeferenzierungsverfahren alle Datensätze gleichermaßen bearbeiten kann.

Vielmehr deuten die Ergebnisse darauf hin, dass unterschiedliche Ausgangssituationen unterschiedliche fachliche Bearbeitungswege erfordern.

Die genaue Beschreibung dieser Fallklassen bildet den nächsten Schritt der Untersuchung.

---

## Zwischenfazit

Die bisherigen Beobachtungen bestätigen, dass die räumlichen Informationen des Dehio-Bandes Rheinland eine deutlich größere Vielfalt aufweisen als ursprünglich angenommen.

Die Georeferenzierung kann daher nicht als rein technischer Adressabgleich verstanden werden.

Vielmehr handelt es sich um einen fachlichen Interpretationsprozess, bei dem unterschiedliche Informationen gemeinsam ausgewertet werden müssen, um die beschriebene räumliche Entität möglichst eindeutig zu identifizieren.

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die anschließende Entwicklung und Bewertung geeigneter Fallklassen sowie der daraus abzuleitenden Georeferenzierungsstrategien.


# 8. Konsequenzen für die weitere Untersuchung

Die bisherige Analyse zeigt, dass die Georeferenzierung des Dehio-Bandes Rheinland nicht durch ein einzelnes Verfahren abgebildet werden kann.

Vielmehr unterscheiden sich die Datensätze hinsichtlich der verfügbaren räumlichen Informationen erheblich. Daraus ergeben sich unterschiedliche fachliche Anforderungen an die weitere Untersuchung.

---

## K-001 – Bildung fachlicher Fallklassen

Die identifizierten Datengruppen bilden die Grundlage für die Entwicklung fachlicher Fallklassen.

Diese Fallklassen beschreiben typische Ausgangssituationen der Georeferenzierung und dienen als gemeinsame Arbeitsgrundlage für die weitere Untersuchung.

Die Bildung der Fallklassen erfolgt unabhängig von konkreten technischen Verfahren.

---

## K-002 – Bewertung durch Domänenexpert:innen

Die aus der Datenanalyse abgeleiteten Fallklassen sollen gemeinsam mit den Fachwissenschaftler:innen des Dehio-Projektes diskutiert und bewertet werden.

Dabei stehen insbesondere folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:

* Sind die identifizierten Fallklassen fachlich vollständig?
* Welche Informationen besitzen aus denkmalfachlicher Sicht den größten Identifikationswert?
* Welche Besonderheiten müssen bei einzelnen Bauwerkstypen berücksichtigt werden?

Die fachliche Rückkopplung bildet einen wesentlichen Bestandteil der weiteren Untersuchung.

---

## K-003 – Evaluation unterschiedlicher Georeferenzierungsverfahren

Erst nach Abschluss der fachlichen Analyse werden geeignete Verfahren zur Georeferenzierung untersucht.

Dabei können unterschiedliche Referenzsysteme und Geodienste miteinander verglichen werden.

Hierzu gehören beispielsweise:

* amtliche Geodaten,
* OpenStreetMap,
* Gazetteers,
* Wissenssysteme,
* weitere spezialisierte Referenzquellen.

Die Auswahl erfolgt auf Grundlage der zuvor identifizierten Fallklassen.

---

## K-004 – Entwicklung geeigneter Bearbeitungswege

Es ist zu erwarten, dass unterschiedliche Fallklassen unterschiedliche Bearbeitungswege erfordern.

Diese Bearbeitungswege werden im weiteren Projektverlauf entwickelt und bewertet.

Ziel ist es, für jede fachliche Ausgangssituation ein geeignetes Vorgehen zur Identifikation der räumlichen Entität abzuleiten.

---

## K-005 – Iterative Weiterentwicklung

Die Untersuchung versteht sich ausdrücklich als iterativer Prozess.

Neue Erkenntnisse aus weiteren Dehio-Bänden, zusätzlichen Datenbeständen oder der fachlichen Diskussion können jederzeit in die Analyse einfließen und zu einer Weiterentwicklung der Fallklassen oder Bearbeitungswege führen.

---

## Zwischenfazit

Die Untersuchung des Dehio-Bandes Rheinland liefert bereits in der ersten Analysephase belastbare Erkenntnisse über die Struktur der räumlichen Informationen.

Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für die nächsten Arbeitsschritte:

1. fachliche Präzisierung der Fallklassen,
2. Validierung gemeinsam mit den Domänenexpert:innen,
3. Evaluation geeigneter Referenzsysteme,
4. Entwicklung geeigneter Bearbeitungswege für die einzelnen Fallklassen.

Erst anschließend erfolgt die technische Umsetzung der entwickelten Georeferenzierungsstrategie.


# 9. Vorläufige Fallklassen

Auf Grundlage der bisherigen Untersuchung lassen sich bereits mehrere typische Ausgangssituationen für die Georeferenzierung unterscheiden.

Die folgenden Fallklassen beschreiben keine technischen Verarbeitungswege, sondern fachliche Situationen, die unterschiedliche Anforderungen an die Identifikation einer räumlichen Entität stellen.

Die Fallklassen besitzen daher zunächst Arbeitscharakter und werden im weiteren Projektverlauf gemeinsam mit den Domänenexpert:innen überprüft und weiterentwickelt.

---

## FK-01 – Vollständige Adressinformation

Der Datensatz enthält einen Ortsbezug sowie eine Adressinformation mit erkennbarer Hausnummer.

Diese Informationen ermöglichen grundsätzlich einen klassischen adressbasierten Abgleich.

Typische Informationen:

* Ort
* Straße
* Hausnummer

Anzahl:

**952 Hauptbauwerke**

---

## FK-02 – Unvollständige Adressinformation

Der Datensatz enthält einen Ortsbezug sowie eine räumliche Angabe, die keine vollständige postalische Adresse darstellt.

Hierzu gehören beispielsweise:

* Straßen ohne Hausnummer,
* Platzbezeichnungen,
* Kirchhöfe,
* Gelände- oder Lagebezeichnungen.

Für diese Datensätze ist davon auszugehen, dass zusätzliche Informationen zur Identifikation des Bauwerks benötigt werden.

Anzahl:

**801 Hauptbauwerke**

---

## FK-03 – Bauwerksname ohne Adressinformation

Der Datensatz enthält keine Adressinformation, verfügt jedoch über einen Ortsbezug und mindestens einen Bauwerksnamen.

Der Bauwerksname bildet in diesen Fällen die wichtigste Grundlage für die Identifikation der räumlichen Entität.

Anzahl:

**727 Hauptbauwerke**

---

## FK-04 – Unvollständiger Ortskontext

Für einen kleinen Teil des Datenbestandes fehlen grundlegende Ortsinformationen oder sie sind nur unvollständig vorhanden.

Diese Datensätze stellen besondere Anforderungen an die weitere Untersuchung und werden zunächst als eigene Fallklasse betrachtet.

Anzahl:

**43 Hauptbauwerke**

---

## FK-05 – Teilbauwerke

Teilbauwerke bilden einen eigenständigen fachlichen Anwendungsfall.

Sie besitzen häufig keine eigenständige Adressinformation und sind über eine Beziehung zu einem Hauptbauwerk beschrieben.

Die Georeferenzierung von Teilbauwerken ist ausdrücklich **nicht Bestandteil der ersten Ausbaustufe** und wird in einer späteren Projektphase untersucht.

Anzahl:

**1.656 Datensätze**

---

## Einordnung

Die dargestellten Fallklassen beschreiben ausschließlich die Ausgangssituation der Daten.

Aus ihnen werden bewusst noch keine technischen Bearbeitungswege oder Georeferenzierungsverfahren abgeleitet.

Diese Trennung ermöglicht es, die fachliche Beschreibung der Daten zunächst unabhängig von konkreten technischen Lösungen gemeinsam mit den Domänenexpert:innen zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Erst im Anschluss werden geeignete Verfahren zur Bearbeitung der einzelnen Fallklassen entwickelt und bewertet.


# 10. Fragen für die fachliche Diskussion

Die bisherige Untersuchung liefert bereits belastbare Erkenntnisse über die Struktur der räumlichen Informationen des Dehio-Bandes Rheinland. Gleichzeitig sind verschiedene Fragestellungen sichtbar geworden, die sich nicht allein aus der Datenanalyse beantworten lassen.

Für die weitere Entwicklung der Georeferenzierungsstrategie ist daher die fachliche Diskussion mit den Domänenexpert:innen des Dehio-Projektes vorgesehen.

Die folgenden Fragen bilden den Ausgangspunkt dieser gemeinsamen Betrachtung.

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## FD-001 – Welche Informationen besitzen den höchsten Identifikationswert?

Welche Informationen werden aus fachlicher Sicht als besonders zuverlässig für die Identifikation eines Bauwerks angesehen?

Beispielsweise:

* Bauwerksname
* alternative Bezeichnungen
* Adressinformation
* Ortsangabe
* typisierte Objektbezeichnungen
* vorhandene Referenzsysteme

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## FD-002 – Wie sind unvollständige Adressinformationen zu bewerten?

Welche Bedeutung besitzen Angaben wie:

* Straßen ohne Hausnummer,
* Platzbezeichnungen,
* Kirchhöfe,
* historische Straßenbezeichnungen,
* mehrere Ortsangaben innerhalb eines Adressstrings?

Handelt es sich hierbei um ausreichende Informationen für eine Georeferenzierung oder werden grundsätzlich weitere Kontextinformationen benötigt?

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## FD-003 – Welche Rolle spielen alternative Bauwerksnamen?

Viele Bauwerke verfügen über mehrere Bezeichnungen.

Dabei stellt sich unter anderem die Frage,

* welche Namen bevorzugt verwendet werden sollten,
* welche Namen historische Varianten darstellen,
* welche Namen unterschiedliche Bauphasen oder Funktionen beschreiben,
* welche Namen für die Identifikation besonders hilfreich sind.

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## FD-004 – Welche räumliche Genauigkeit wird angestrebt?

Nicht jede fachliche Fragestellung erfordert dieselbe räumliche Genauigkeit.

Zu diskutieren ist insbesondere,

* wann eine Punktkoordinate ausreichend ist,
* wann eine Gebäudegeometrie erforderlich wird,
* wann Ensemble- oder Grundstücksgeometrien sinnvoll sein können.

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## FD-005 – Welche Bedeutung besitzen Teilbauwerke?

Teilbauwerke werden in der ersten Ausbaustufe bewusst nicht betrachtet.

Für spätere Arbeiten stellt sich jedoch die Frage,

* wann Teilbauwerke eigenständig georeferenziert werden sollen,
* wann die Geometrie des Hauptbauwerks ausreichend ist,
* welche fachlichen Kriterien hierfür maßgeblich sind.

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## FD-006 – Welche Qualitätsanforderungen bestehen an die Georeferenzierung?

Aus fachlicher Sicht stellt sich die Frage,

* wann eine automatische Zuordnung ausreichend sicher ist,
* wann eine manuelle Prüfung erforderlich wird,
* welche Unsicherheiten dokumentiert werden sollten,
* welche Qualitätskriterien für den weiteren Projektverlauf gelten sollen.

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## Ausblick

Die vorliegende Analyse versteht sich als erster Schritt einer gemeinsamen fachlichen Untersuchung.

Sie beschreibt den aktuellen Datenbestand des Dehio-Bandes Rheinland, identifiziert typische Ausgangssituationen und formuliert die daraus resultierenden fachlichen Fragestellungen.

Die Antworten auf diese Fragen bilden die Grundlage für die Entwicklung einer Georeferenzierungsstrategie, die im weiteren Projektverlauf gemeinsam mit den Domänenexpert:innen entwickelt und anhand konkreter Anwendungsfälle evaluiert werden soll.

Die Auswahl und Bewertung konkreter Geodienste oder Referenzsysteme ist ausdrücklich **nicht Bestandteil** der vorliegenden Analyse und erfolgt erst nach Abschluss dieser fachlichen Diskussion.

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## Schlussbemerkung

Die Untersuchung hat bereits in dieser frühen Projektphase gezeigt, dass die räumlichen Informationen des Dehio-Bandes Rheinland eine deutlich größere Vielfalt aufweisen als zunächst angenommen.

Gerade diese Vielfalt macht deutlich, dass eine hochwertige Georeferenzierung historischer Bauwerksdaten nicht allein als technischer Adressabgleich verstanden werden kann, sondern eine fachliche Interpretation der vorhandenen Informationen voraussetzt.

Die vorliegende Analyse bildet hierfür die gemeinsame Arbeitsgrundlage.


# 11. Zusammenfassung

Die Analyse des Dehio-Bandes Rheinland zeigt, dass die vorhandenen Ortsinformationen eine deutlich größere Vielfalt aufweisen als zunächst angenommen.

Neben klassischen Adressinformationen stehen Bauwerksnamen, alternative Bezeichnungen, Ortsinformationen sowie bereits vorhandene Referenzen auf externe Wissenssysteme zur Verfügung. Diese Informationen ergänzen sich gegenseitig und bilden gemeinsam die Grundlage für die Identifikation eines Bauwerks.

Die Untersuchung bestätigt damit, dass die Georeferenzierung historischer Bauwerksdaten nicht auf einen klassischen Adressabgleich reduziert werden kann. Vielmehr ist zunächst eine fachliche Interpretation der verfügbaren Informationen erforderlich, um die beschriebene räumliche Entität möglichst eindeutig zu identifizieren.

Die im Rahmen der Untersuchung entwickelten Fallklassen bilden eine erste fachliche Strukturierung des Datenbestandes. Sie dienen als gemeinsame Grundlage für die weitere Diskussion mit den Domänenexpert:innen sowie für die anschließende Entwicklung geeigneter Georeferenzierungsverfahren.

Die Analyse versteht sich ausdrücklich als erster Schritt eines iterativen Vorgehens. Erkenntnisse aus der fachlichen Diskussion sowie aus der praktischen Erprobung werden in die weitere Entwicklung der Fallklassen und der Georeferenzierungsstrategie einfließen.


# 12. Ausblick

Mit der vorliegenden Analyse liegt erstmals eine strukturierte Beschreibung der räumlichen Informationen des Dehio-Bandes Rheinland vor.

Auf dieser Grundlage können die identifizierten Fallklassen nun gemeinsam mit den Domänenexpert:innen diskutiert und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die fachlichen Anforderungen an eine Georeferenzierung zu präzisieren und die unterschiedlichen Ausgangssituationen des Datenbestandes systematisch zu bewerten.

Im Anschluss daran werden geeignete Referenzsysteme und Geodienste für die einzelnen Fallklassen untersucht und hinsichtlich ihrer Eignung evaluiert.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bilden die Grundlage für die Entwicklung einer Georeferenzierungsstrategie sowie deren schrittweise Umsetzung innerhalb von Reconcilix.

Langfristiges Ziel ist es, die im Dehio-Projekt gewonnenen Erkenntnisse auch auf weitere historische Bauwerksbestände übertragen zu können. Ob und in welchem Umfang dies möglich ist, wird sich im Verlauf der weiteren Arbeiten zeigen.
